Informationen für Lehrkräfte, Erzieher und Eltern

In der computerisierten Bildungswelt, in der wir leben, beobachten wir den schleichenden Tod der Naturkunde: Praxis- und erfahrungsbezogene Fächer wie die Zoologie weichen der theoretischeren und lukrativeren Mikrobiologie und Gentechnik.

Fortschrittliche Technologien verwischen die Grenzen zwischen Menschen, Tieren und Maschinen.

Der postmoderne Gedanke, die Wirklichkeit sei nur ein Konstrukt – wir sind, was wir programmieren-, gaukelt uns grenzenlose menschliche Möglichkeiten vor. Aber wenn Kinder und Jugendliche immer weniger Zeit in der freien Natur zubringen, verengt sich ihr sinnlicher Wahrnehmungshorizont, körperlich und seelisch, und das mindert den Reichtum der menschlichen Erfahrung.

Doch genau zu dem Zeitpunkt, da die Verbindung zwischen der jungen Generation und der natürlichen Welt abzureißen droht, erweisen Forschungen zunehmend einen Zusammenhang zwischen unserer mentalen, körperlichen und spirituellen Gesundheit und primären positiven Naturerlebnissen.

Mehrere dieser Studien zeigen, dass der durchdachte Einsatz von Naturerfahrungen sogar eine besonders effektive Therapieform für Jugendliche sein kann, die am Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) und anderen psychischen Störungen leiden.

Wie es ein Wissenschaftler formuliert: Ebenso, wie Kinder gute Ernährung und ausreichend Schlaf brauchen, benötigen sie vermutlich Kontakt mit der Natur. Dieses Defizit zu verringern – die zerbrochene Bindung zwischen unseren Kindern und der Natur zu heilen-, liegt in unserem Interesse, nicht nur, weil unser Gefühl für Ästhetik oder Gerechtigkeit dies fordert, sondern weil unsere mentale, körperliche und seelische Gesundheit davon abhängt.

Die Gesundheit der Erde steht ebenfalls auf dem Spiel.

 

Quelle: Richard Louv „Das letzte Kind im Wald“

 

 

Die meisten jungen Leute können sich ausgezeichnet durch die zweidimensionale, virtuelle digitale Welt navigieren, aber zur Natürlichkeit - der freien Natur - haben sie überhaupt keinen Bezug. Manche haben so wenig Kontakt damit, dass sie sich sogar vor Matsch oder Kleintieren ekeln und sich vor Naturkräften wie dem Wind fürchten.

 

Viele haben noch nie die einfachen Freuden erlebt:

Am Lagerfeuer zu sitzen, draußen zu schlafen oder einen Stock zurecht zu schnitzen.

 

Man könnte einwenden: Technik sei ihre Zukunft und wenn sie alles übers Internet

bestellen können, wozu um alles in der Welt sollten sie dann selbst Nahrung finden,

einen Unterschlupf bauen oder Feuer machen können?

Doch wir glauben, wenn Kinder oder Jugendliche mit der freien Natur in Berührung kommen und dabei lernen sich in ihr zurechtzufinden, gibt ihnen das Selbstvertrauen und fördert ihr selbstständiges Denken und Umweltbewusstsein

 

Wir glauben auch, dass jeder Mensch wieder mit der Natur in Berührung kommen, sie spüren und schmecken, in ihr spielen und schlafen sollte. In der unberührten Natur verblassen die Belastungen des modernen Lebens, ein Gefühl von Freiheit und Fülle stellt sich ein. Dennoch werden wir zunehmend vom Konsumdenken beherrscht und wir leben immer mehr unter Dächern: Ob zu Hause, im Auto, beim Einkaufen oder in der Freizeit. Wenngleich viele Sportarten noch im Freien betrieben werden, kommt beim jungen Menschen das freie und selbst gestaltete Spielen oft zu kurz.

Handelt man verantwortungslos, wenn man junge Menschen dazu ermutigt, ihre eigenen Erfahrungen zu sammeln?

In unserer risikoscheuen Gesellschaft, in der jeder immer nur einen Schuldigen zu suchen scheint, fällt es manchen Eltern schwer "loszulassen". Aber ist es richtig, junge Menschen in Watte zu packen, jeden ihrer Schritte zu beobachten und sie daran zu hindern, selbst etwas herauszufinden und aus Fehlern zu lernen? Ist es fair, von ihnen zu erwarten, dass sie mit allem fertig werden, was das Leben ihnen abverlangen wird, wenn WIR ihnen vorher nicht erlauben, Risiken einzugehen und selbständig zu denken?

 

Vielleicht ist es das größte Risiko für junge Menschen in der heutigen Zeit, keine Risiken einzugehen!

 

Jugendliche die sich in der Natur zurechtfinden, wissen wo sie hingehören:

Es gibt ihnen ein Ziel und ermutigt sie, sich direkt miteinander auszutauschen, nicht nur per Telefon und SMS. Wer in der Natur Lösungen findet, kann komplexe Aufgaben in der modernen Welt leichter bewältigen! Sie brauchen dafür keine kostenintensive Ausrüstung, nur ein paar einfache Gerätschaften und einen passenden Platz, dies kann auch zu Hause im Garten oder im Park sein. Wir wollen sie dazu ermutigen, mehr Zeit im Freien zu verbringen und geben ihnen ein paar wichtige Anleitungen und Tipps.

 

Quelle : Fiona Danks / Jo Schofield „Wildnis erleben“

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